Pfarrverband Unterhaching - Das Lebenszeugnis von Christoph Probst (04.12.2019)

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Aus den Kirchen

Anlässlich der Seligsprechungsprozesse für Fritz Gerlich und Romano Guardini gestaltet die Katholische Erwachsenenbildung im Pfarrverband Unterhaching eine über das ganze Jahr 2019 gehende Vortragsreihe zum Thema “Glaubenszeugen und Märtyrer im 20. und 21 Jhd.“.

 

Die fünfte Veranstaltung mit einem Vortrag über Christoph Probst findet am 04.12.2019 im Pfarrheim von St. Korbinian, Unterhaching, statt.

In der Erinnerungskultur an die Widerstands­bewegungen gegen die nationalsozialistische Diktatur im Großraum München zählt die „Weiße Rose“ zu den bekanntesten Vertretern. Bezeichnend für die Gruppe waren auch ihre christlich motivierten Beweggründe. Neben den beiden evangelischen Christen Sophie und Hans Scholl sowie dem russisch-orthodox ge­tauftem Alexander Schmorell war es der junge aus Murnau stammende Medizinstudent Chris­toph Probst, der seinen Glauben als Richt­schnur für sein Handeln an­sah.

Der 1919 geborene und konfessionslos erzo­gene Probst stieß als junger Familienvater von drei Kindern zur „Weißen Rose“. Aufgrund sei­ner familiären Situation wurde Christoph Probst von der Gruppe bei den Aktionen im Hinter­grund gehalten. Der Verhaftung konnte der junge Mann dennoch nicht entkommen, weil er aktiv an der Entstehung eines Flug­blatts mitge­wirkt hatte. Zusammen mit Sophie und Hans Scholl wurde Christoph Probst am 22. Februar 1943 durch das Fallbeil hingerich­tet.

Kurz vor seiner Hinrichtung bat Christoph Probst einen katholischen Priester um die Sak­ramente der Taufe und der Heiligen Kommu­nion. Die Botschaft der Liebe Christi gab ihm die Kraft, gegen die Propaganda des Hasses und die Schreckensherrschaft der Nationalsozi­alisten aufzustehen.

Das Vorbild der jungen Menschen in der „Wei­ßen Rose“ sollte nachfolgenden Generationen ein Beispiel für das christlich-ökumenisch moti­vierte Handeln gegen jede Art von Ungerechtig­keit und Gewalt sein.

Referent: Christoph Probst

Der Enkel des Widerstandskämpfers Christoph Probst studierte Violoncello bei Jan Polášek am Richard-Strauss-Konservatorium in München sowie bei Franz Amann und Peter Wöpke. 1987 gründete Christoph Probst das international ge­feierte "E.T.A. Hoffmann-Trio".  Neben einer re­gen kammermusikalischen Aktivität im In- und Ausland ist Christoph Probst als Musiklehrer am Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching tätig.

 

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