Zaubertricks aus der Natur Physik-Paten für Grundschüler gesucht

Schwebender Bierdeckel Physik Experiment

Dipl. Physiker Josef Herrmann hofft weitere Physik-Paten zu finden, damit das Schulprojekt weiter stattfinden kann. Hier zeigt er den beliebten Wasserglas-Trick, der bei den Kindern ganz hervorragend ankommt. | Foto: Dahoam in Unterhaching

Aus dem Rathaus

„Physik macht Spaß und ist darüber hinaus auch hoch interessant“, erklärt Dipl. Physiker Josef Herrmann.

Er gehört zu der Gruppe „Physik-Paten, die Unterhachinger Grundschulen im Unterricht gemeinsam mit den Kindern Physikexperimente durchführen. „Ins Leben gerufen wurde diese Gruppe von Dipl. Ing. Maren Heinzerling. Zu Beginn waren wir 15 Mitstreiter, mittlerweile sind aus Alters- und Krankheitsgründen schon zahlreiche Kollegen ausgeschieden und wir sind nur noch zu zweit“, bedauert der Unterhachinger die Entwicklung.

Großes Ah und Oh von Seiten der Kinder

Dabei ist die Aufgabe in einer Doppelstunde den Kindern Naturwissenschaft mittels Experimenten nahe zu bringen, eine ganz wunderbare, wie Josef Herrmann betont. „Die Kinder sind mit Feuereifer dabei und haben jede Menge Spaß in dieser Zeit“. Spaß macht deshalb die Aufgabe auch für die Physik-Paten, erklärt der 85-Jährige. Das Equipment für die Versuche ist selbstgebaut und verursacht keinerlei Kosten. Es besteht aus Wassergläsern, Milchtüten und ähnlichen Utensilien, Sachen, die man in jedem Haushalt findet, wie er erklärt. „Wir haben eine Liste mit einfachen aber eindrucksvollen Versuchen zusammengestellt, die sich einfach vorführen lassen. Die Kinder sind immer wieder begeistert, wenn sie sehen, wie die Natur funktioniert“, freut sich der Physiker.

Das Land braucht mehr Naturwissenschaftler

Wichtig sei diese Aufgabe, weil es in Deutschland an Ingenieuren und Naturwissenschaftlern fehle. Viel zu wenige Jugendliche entschieden sich für einen technischen Beruf,  bedauert er weiter. „Deshalb müssen junge Menschen möglichst früh für Naturwissenschaft und Technik begeistert werden. Begeisterung kann aber nicht durch Zuschauen geweckt werden, sie entsteht durch eigenes Experimentieren“, lautet das Credo der Physik-Paten. In den Gemeinden und Grundschulen sind sie mit ihrem Projekt offene Türen eingerannt. Die Physik-Paten besuchen die Kinder zwischen der zweiten und vierten Klasse und zeigen dort ein auf das Alter der Kinder zwischen sieben und zehn Jahren abgestimmtes Programm. Besonders beliebt ist beispielsweise der Wassertrick. Legt man eine Postkarte auf ein halb mit Wasser gefülltes Glas und dreht man diese um und hält die Postkarte zunächst fest, so bildet sich im Glas ein Unterdruck, der die Karte festhält und damit auch das Auslaufen des Wassers verhindert. „Die Kinder sind immer ganz überrascht, dass das Wasser nicht aus dem Gas hinaus läuft“, berichte Sepp Herrmann schmunzelnd.

Noch werden Leute gesucht, die mitmachen wollen

Jetzt suchen die verblieben Physik-Paten dringend nach Mitstreitern mit Ingenieur- oder naturwissenschaftlicher Berufserfahrung, die Lust haben Kinder spielerisch an Naturwissenschaften heranzuführen. Das Ganze ist dabei rein ehrenamtlich. „Eine Aufwandsentschädigung wird nicht gezahlt“, informiert der langjährige Unterhachinger. Mitzubringen sind  darüber hinaus Spaß an der Arbeit mit Kindern und ein- bis zweimal in der Woche Zeit am Vormittag für etwa zwei Stunden. „Das Ganze findet natürlich nur in der Schulzeit statt“, erläutert er weiter. 

Wer Interesse an dem Projekt hat, meldet sich bitte an bei der Gemeinde Unterhaching, Tel. 089/665510, Email: rathaus@unterhaching.de oder persönlich bei Dipl. Physiker  Sepp Herrmann, Tel. 616480 E-mail: jos.herrmann@t-online.de